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Gedichte/Tipps

Gedicht des Monats - September 2021

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen: Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanften seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Tipp des Monats - August 2021

Reis in der Mikrowelle

Reis können Sie in der Mikrowelle zubereiten. Dafür Reis mit der 1 1/2 fachen Flüssigkeit in ein mikrowellengeeignetes Gefäß geben und nicht abgedeckt bei Höchstleistung 5-10 Minuten ankochen ( Die Dauer variiert nach Gerät und Leistung) Anschließend den Deckel auflegen und den Reis bei etwa 20 Minuten bei 100 Watt nachgaren.

Gedicht des Monats - August 2021

Weiße Wolken

O schau, sie schweben wieder
Wie leise Melodien
Vergessener schöner Lieder
Am blauen Himmel bin!

Kein Herz kann sie verstehen,
Dem nicht auf langer Fahrt
Ein Wissen von allen Weben
Und Freunden des Wandern ward.

Ich Liebe die Weißen, Losen
Wie Sonne, Meer und Wind,
Weil sie der Heimatlosen
Schwestern und Engel sind.

Herrmann Hesse

Gedicht des Monats - Mai 2021

Maigedicht

Um die Maiensonne stets
Dunkelt noch ein Wolkensaum,
Über die Narzisse weht`s
Schneeig her vom Apfelbaum.

Wie so bleich das Sonnenlicht,
Und wie kühl ist noch die Luft!
Nur dem Blütenkelch entbricht
Schon ein heißer Sommerduft.

Hermann von Ling

Gedicht des Monats - April 2021

Das erste Grün der Saat

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht,
zieht weit sich hin an niederer Hügel Flucht.
Zwei große Krähen flattern aufgescheucht,
Zu braunen Dorngebüsch in grüner Schlucht.

Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht,
So ruhe die Berge hinten in dem Blau,
Auf die ein feiner Regen niedergeht,
Wie Silberschleier, dünn und zitternd grau.

Georg Heym

Tipp des Monats - März 2021

Hefe geht nicht auf

Wenn der Hefeteig nicht richtig aufgeht, kann es daran liegen, dass Salz und Fett mit der Hefe in Berührung gekommen sind. Das hemmt die Gärung der Hefe. Vielleicht war die Frischhefe auch nicht mehr ganz frisch. Oder die Temperatur beim Verarbeiten war zu niedrig. Hefe braucht für die Verarbeitung Zimmertemperatur (etwa 22° C), die zugegebene Flüssigkeit wiederum muss Körpertemperatur (etwa 37° C) haben.

Gedicht des Monats - März 2021

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
mit trotzigen Gebärden,
und streut er Eis und Schnee umher,
es muß doch Frühling werden.

Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
mir soll darob nicht bangen,
auf leisen Sohlen über Nacht
kommt doch der Lenz gegangen.

Drum still ! Und wie es frieren mag,
o, Herz, gib dich zufrieden,
es ist ein großer Maientag
der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
als sei die Höll’ auf Erden,
nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß doch Frühling werden.

Emanuel Geibel

Gedicht des Monats - Februar 2021

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

Tipp des Monats - Januar 2021

Ingwer zerkleinern

Frischer Ingwer ist viel schärfer als getrockneter. Die Zugabe von etwas frischem Ingwer macht schwer verdauliche Gerichte leichter bekömmlich. Das recht aufwendige Hacken können Sie sich sparen, indem Sie die geschälten Ingwerstücke durch eine Knoblauchpresse direkt in die Speise drücken.

Gedicht des Monats - Januar 2021

Winter

Weg und Wiese zugedeckt,
Und der Himmel selbst verhangen,
Alle Berge sind versteckt,
Alle Weiten eingegangen.

Ist wie eine graue Nacht,
Die sich vor den Tag geschoben,
Die der Sonne glühe Pracht
Schleierdicht mit Dunst umwoben.

Oder seid ihr alle tot:
Sonne, Mond und lichte Sterne?
Ruht das wirkende Gebot,
Das euch trieb durch Näh und Ferne?

Leben, lebst du noch ringsum?
Sind verschüttet alle Wege?
Grau und eng die Welt und stumm.
Doch mein Herz schlägt seine Schläge.

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Gedicht des Monats - Dezember 2020

Advent

Der erste Schnee weht übers Land,
Weiß ist und still der Flockenfall,
Ums Haus der Abendnebel zieht
Und leis klingt erstes Krippenlied.
Gottvater legt den Weltenball
In seines jungen Kindes Hand.

O Unschuld, die ihn lächelnd hält,
Den bunten Ball, bewahr ihn gut,
Lösch aus den Brand, wisch ab das Blut,
Gib, ewig-junges Angesicht,
Uns neuen Mut mit neuem Licht,
Und wieg in deiner Hände Hut
Zur Ruh die aufgestörte Welt !

Agnes Miegel

Tipp des Monats - November 2020

Geruch im Kühlschrank

Geben Sie den Inhalt eines Beutels Haus-Natron (etwa 50g) auf eine Untertasse und stellen diese offen in den Kühlschrank. Unangenehme Gerüche werden von dem Natron aufgenommen und Geruchsübertragungen verhindert. Der Vorgang kann mehrmals mit ausgetauschtem Natron wiederholt werden. Das gebrauchte Natron können Sie in den Abfluss schütten und so auch dort unangenehme Gerüche beseitigen.

Gedicht des Monats - November 2020

Fürchte dich nicht.
Wenn das Leben dich in Zeiten
führt, die dunkler sind.
Nimm es an - es muss nicht
so bleiben, wie es jetzt ist.
So wie die Nacht uns hilft,
Kräfte zu sammeln,
so eröffnen Dunkelheiten
der Seele einen Raum,
sich zurückzuziehen,
damit sie in der Stille
neue Lebenskraft findet.
Im Dunkeln kannst du
nach und nach
das Licht besser erkennen.
Licht, das dir in deinem Leben
immer wieder geleuchtet hat.
Der, der am Anfang sprach:
Es werde Licht -
der wird es gerade auch
zu dir sprechen.

Simone Sander

Gedicht des Monats - Oktober 2020

Trauben die ess’ ich gern,
Das kannst du glauben,
Süsser als Mandelkern
Schmecken die Trauben.

Trauben hol ich mir geschwind,
hole mir Trauben.
Daß sie gegessen sind,
Kann ich nicht glauben.

Mutter, an dem Spalier
Und an den Landen,
Überall, da und hier
Gibt es noch Trauben.

Trauben die ess’ ich gern,
Das kannst du glauben,
Süsser als Mandelkern
Schmecken die Trauben.

Hoffmann von Fallersleben

Carte de visite von Hoffmann v. Fallersleben
Bildquelle: Wikipedia

Gedicht des Monats - September 2020

Herbst
Du lieber Herbst
das Laub Noch heiß vom Sommer
Und leuchtet feurig
Dann im Wind
Die feinen Knöchernen Tritte
Zweigauf
Zweigab.

Marie-Luise Kaschnitz

Gedicht des Monats - August 2020

Sommer

Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze
im dunklen Zimmer;
eine silberne Hand
löschte sie aus;
windstille, sternlose Nacht.

Georg Trakl

Sommer über Gönnheim
Luftbild: Burkhard Laudenbach

Tipp des Monats - Juli 2020

Champignons

Champignons werden das ganze Jahr als Zuchtpilze angeboten. Im Kühlschrank lassen sich Champignons etwa 4 Tage in einer geöffneten Verpackung, getrennt von Äpfeln und Zwiebeln, lagern. Sind die Lamellen geöffnet, sind sie nicht mehr frisch.

Reiben Sie die Champignons lediglich mit Küchenkrepp trocken ab. Sehr schmutzige Champignons nur kurz unter fließendem Wasser abspülen. Legen Sie die Pilze nicht ins Wasser; sie saugen sich schnell voll und schmecken dann fade und wässerig. Champignons bleiben schön weiß, wenn Sie sie nach dem Schneiden mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Gedicht des Monats - Juli 2020

Feldeinsamkeit

Ich ruhe still im hohen, grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
von Grillen rings umschwirrt ihn Unterlaß,
von Himmelblaue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehen dahin
durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume:
mir ist, als ob ich längst gestorben bin,
und ziehe selig mit durch ew `ge Räume.

Hermann Ludwig Allmers

Bildquelle: Wikipedia

Tipp des Monats - Juni 2020

Konfitüre nicht fest geworden

Hat Ihre Konfitüre nicht die gewünschte Festigkeit, rühren Sie ein Päckchen Zitronensäure unter das heiße Kochgut. Der Geliervorgang in den Gläsern kann bis zu 1 Woche dauern.

Gedicht des Monats - Juni 2020

Schwanzmeisen

In heitrer Muße hat Euch Gott gemacht.
Sein Schöpferlächeln formte Federbäuchlein
mit schmalem Schwänzchen drollig lang bedacht,
das ganze übermalt mit Farbenhäuchlein.

Schon wippt ein Pfannenstielchen durch die Luft
und allsogleich ein Schwarm von vielen, vielen,
die, kleine Gottgedanken, Licht und Duft,
ein klingend Zirpen durch die Weide spielen.

Wie seid Ihr nur in diese Welt gelangt?
In diese Welt! - Ein Wunder, uns zu trösten,
auf daß wir fühlen, wenn der Geist uns bangt,
im Kleinsten lächend, ist der Herr am größten.

Cola Beaucamp

Gedicht des Monats - April 2020

Der Blütenzweig

Immer hin und wider
strebt der Blütenzweig im Winde,
immer auf und nieder
strebt mein Herz gleich einem Kinde
zwischen hellen, dunkeln Tagen,
zwischen Wollen und Entsagen.

Bis die Blüten sind verweht
und der Zweig in Früchte steht,
bis das Herz, der Kindheit satt,
seine Ruhe hat
und bekennt: voll Lust und nicht vergebens
war das unruhevolle Spiel des Lebens.

Hermann Hesse

Bild: Burkhard Laudenbach - "Mandelblüte in Gönnheim"

Gedicht des Monats - März 2020

Abend

Der schnelle Tag ist hin; die Nacht schwingt ihre Fahn’
und führt die Sternen auf. der Menschen müde Scharen
verlassen Feld und Werk; wo Tier und Vögel waren,
traurt itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit vertan!

Der Port naht mehr und mehr sich zu der Glieder Kahn
Gleich wie dies Licht verfiel, so wird in wenig Jahren
ich, du, und was man hat, und was man sieht, hinfahren.
Dies Leben kommt mir vor als eine Rennbahn.

Laß, höchster Gott, mich doch nicht auf dem Laufplatz gleiten!
Laß mich nicht Ach, nicht Pracht, nicht Lust, nicht Angst verleiten!
Dein ewig heller Glanz sei vor und neben mir!

Laß, wenn der müde Leib entschläft, die Seele wachen,
und wenn der letzte Tag wird mit mir Abend machen,
so reiß mich aus dem Tal der Finsternis zu dir!

Andreas Gryphius

Bildquelle: Wikipedia

Tipp des Monats: Baiser

Baiser wird fester und lässt sich besser verarbeiten, wenn man das Eiweiß mit einigen Spritzern Zitronensaft und etwas Speisestärke steif schlägt. Kuchen mit Baiserhauben lassen sich mit einem heißem, gefetteten Messer glatt schneiden oder durch Spritztüllen in Form bringen.

Kölle Alaaf!

Ein Bischof aus Köln hatte seinen Papagei gelehrt, ihn mit dem Ruf „Guten Morgen, Herr Bischof!“ zu begrüßen. Dann wurde der Bischof zum Kardinal ernannt. All seine Versuche, dem Papagei die neue Anrede beizubringen, verliefen ergebnislos im Sande. Da verlor der frischgebackene Kardinal die Geduld, legte seine prächtigen Gewänder an, nahm Mitra und Hirtenstab und trat vor den Papagei, um ihn Ehrfurcht zu lehren. Verdutzt schaute der Papagei den Kardinal an, legte dann den Kopf schief und rief: „ Kölle Alaaf !“

Mündlich überliefert

Gedicht des Monats - November 2019

Ende des Herbstes

Ich sehe seit einer Zeit,
wie alles sich verwandelt.
Etwas steht auf und handelt
und tötet und tut Leid.
Vom Mal zu Mal sind all
die Gärten nicht dieselben;
von den gilbenden zu der gelben
langsamem Verfall;
wie war der Weg mir weit.
Jetzt bin ich schon bei den leeren
und schaue durch alle Alleen.
Fast bis zu den fernsten Meeren
kann ich den ernsten schweren
verwehrenden Himmel sehn

Rainer Marie Rilke

Gedicht des Monats - Dezember 2019

Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehen;
Es sinkt auf meine Augenlieder
ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehen.

Theodor Storm

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